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Artikel von:
Christoph Laimer

Christoph Laimer ist Chefredakteur von dérive.

Artikel aus Ausgabe 44


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Urban Nightscapes

Die Eroberung der Nacht

Nachtleben und Urbanisierung sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Das Entstehen der modernen Großstädte in der Mitte des 19. Jahrhunderts und die Ausweitung des Lebens immer breiterer Bevölkerungsschichten in die Nacht fielen nicht zufällig in denselben Zeitabschnitt, sondern waren aufs Engste miteinander verknüpft. Es scheint daher nur logisch, dass KritikerInnen des Nachtlebens meist auch KritikerInnen der (Groß-)Städte waren. Heute boomt das Leben in vielen Städten rund um die Uhr, die 24-Stunden-Stadt ist oftmals Realität, und wo sie es noch nicht ist, schreitet die Entwicklung eilig voran. Damit einher geht allerdings auch eine immer stärkere Kommerzialisierung und Regulierung. Wie ein fremdes Territorium wird die Nacht Stück für Stück erobert: Internationale Konzerne wollen am urban nightlife verdienen und überziehen die global cities mit uniformen Unterhaltungsangeboten. Nichtkommerzielle Veranstalter werden zusehends aus dem Markt gedrängt. Unerwünschte Personen werden ausgesperrt, zahlungskräftige TouristInnen umworben, die Überwachung der nächtlichen Stadt wird immer dichter. Konflikte zwischen um Nachtruhe kämpfenden AnrainerInnen und vergnügten NachtschwärmerInnen sind ebenso ein Aspekt wie Viertel und Quartiere, die neue Arbeitsplätze und Einnahmemöglichkeiten durch die Ausdehnung des Nachtlebens erhoffen.

Bis in die 1830er/40er-Jahre existierte kein nennenswertes Nachtleben: Mit Einbruch der Dunkelheit schritten Nachtwächter ihre Runden ab und machten durch akustische Signale auf die beginnende Nachtruhe aufmerksam. Für eine völlige Kontrolle über die Stadt und das Leben in ihr war es für die Herrschenden notwendig, während der Nacht keine Bewegungsfreiheit auf den Straßen zu ermöglichen. Der Bürger, der die Nacht zu Hause in seinem Bette schlafend verbringt, galt als Norm. Die Nacht außerhalb der eigenen vier Wände war mit Unsicherheit, Gefahr für Leib und Leben sowie Kriminalität verknüpft. Der redliche Bürger tat also gut daran, zu seiner eigenen Sicherheit sein Heim abzusperren und damit sich und seine Familie zu schützen. (Schlör 1991, S. 38)

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann diese klare Trennung jedoch langsam, sich aufzulösen. Die Grenze zwischen Tag und Nacht bekam erste Risse. Die Gründe dafür waren einerseits versorgungstechnische und anderer-seits vergnügungssüchtige. Die Städte nahmen mit der Industrialisierung stark an Bevölkerung zu, und die Versorgung der Bewohner und Bewohnerinnen mit Lebensmitteln wurde ein logistisch immer größerer Aufwand. Die Märkte der Stadt wuchsen und wurden zu sehr früher Stunde beliefert. Rund um die Märkte herrschte in den späten Nacht- und den frühen Morgenstunden daher ein reges Treiben. Bauern und Bäuerinnen lieferten ihre Lebensmittel, Gelegenheitsarbeiter und -arbeiterinnen boten ihre Arbeitskraft an, in der Umgebung entstanden Lokale, die für die frühe Kundschaft öffneten.

War das Feiern großer, rauschender Feste lange ein Vergnügen des Adels gewesen, mehrten sich mit dem Aufstieg des Bürgertums und seiner zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutung zusätzlich Anzahl und Orte für nächtliche Festivitäten. Dabei nahm das Bürgertum auch Anleihen bei Vergnügungsformen unterer sozialer Schichten. Joachim Schlör weist in seinem äußerst lesenswerten Buch Nachts in der großen Stadt darauf hin, dass sich in Paris ganz in der Nähe der Markthallen das Palais Marchand befand, »das als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens geschildert« wurde. Die räumliche Nähe der beiden Institutionen ließ mit der Zeit Verbindungslinien entstehen, die vermutlich auch durch Prostitution befördert wurden. (Schlör 1991, S. 39f.)

In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich das Nachtleben immer weiter aus, und die nächtliche Unterhaltung wurde bald zu einem Markenzeichen von Städten wie Paris und Berlin. Diese Ausweitung des Lebens in die Nacht hatte auch zur Folge, dass immer mehr Menschen in der Nacht arbeiteten. Das betraf Dienstleistungsberufe, aber auch die Bereiche Verkehr, Energieversorgung und Kommunikation. Schichtarbeit verbreitete sich und erfasste immer mehr Arbeitsfelder. Begleitet wurde diese Eroberung der Nacht von heftigen Debatten. Obrigkeit und Polizei fürchteten den zunehmenden Kontrollverlust und wollten die geänderten Verhältnisse nicht akzeptieren: Die Gefahren der Nacht und das Sicherheitsproblem wurden stark in den Vordergrund gerückt und oftmals übertrieben dargestellt. Dagegen hielt eine Vielzahl von StadtbewohnerInnen, die sich nicht länger ihren Lebensstil vorschreiben lassen wollten und die positiven Seiten des städtischen (Nacht-)Lebens schätzen lernten. Der Versuch, Ruhe und Ordnung für die Nacht aufrechtzuerhalten, wurde als unmodern und immer mehr auch als lächerlich empfunden.
Das polizeiliche Idealbild einer Stadtnacht, in der ab zehn Uhr alle schlafen, war nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Debatten um Sicherheit und Kriminalität in der Nacht begleiten uns jedoch bis heute und sorgen nach wie vor für Schlagzeilen, obwohl das Problem in vielen Städten im Vergleich zu anderen eher gering ist.

Interessant im Zusammenhang mit der Diskussion um das Nachtleben ist der Umstand, dass die schärfsten KritikerInnen der nächtlichen Vergnügungen zumeist diejenigen waren, die sich generell kritisch über das Stadtleben bzw. die Großstädte äußerten. Umgekehrt sahen die NachtschwärmerInnen das nächtliche Unterhaltungsangebot als essentiellen Teil ihres urbanen Lebensgefühls: Das Nachtleben entwickelte sich zu einem typischen Ausdruck des Stadtlebens an sich. Im Mittelpunkt der Kritik am Nachtleben stand die Sittenlosigkeit, also das Bild eines »Sündenpfuhls Stadt«, der besonders für junge, in ihren Moralvorstellungen noch nicht gefestigte Menschen eine Gefahr bedeutet. Dieses Bild der (nächtlichen) Stadt als Verführerin tauchte auch im Nationalsozialismus, oft verknüpft mit Antisemitismus, wieder auf. Antisemitismus und Antiurbanismus waren im Dritten Reich Aspekte eines zusammengehörenden Argumentationsmusters.

Die 24-Stunden-Stadt
Bis heute schreitet die Eroberung der Nacht voran, und die 24-Stunden-Stadt ist oftmals bereits Realität. Dass die Wiener U-Bahn bis Herbst 2010 auch an den Wochenenden ihren Betrieb vor 1 Uhr einstellte, wirkte fast provinziell und unpassend für eine moderne (Groß-)Stadt. Ein verheerendes Image für den internationalen Städtewettbewerb. In Wien wurde über die Einführung des 24-Stunden-Betriebs der U-Bahnen an Wochenenden und vor Feiertagen eine Volksbefragung durchgeführt, bei der sich 55 Prozent dafür aussprachen. Die Abhaltung der Volksbefragung zeigt das Bewusstsein der Stadtverwaltung für jenen Teil der Bevölkerung, der nicht in einer 24-Stunden-Stadt leben will. Es war also ein geschickter Schachzug, noch dazu knapp vor Gemeinderatswahlen, sich diese nicht unumstrittene, aber für das internationale Image der Stadt wichtige Maßnahme von einer Umfrage absegnen zu lassen. Knapp ein Jahr später führt Wien eine Debatte um die Ausweitung der Sperrstundenregelungen für Clubs von 4 Uhr auf 6 Uhr. Auch das keine leichte Debatte in einer Stadt, deren Bevölkerung ihre Ruhe schätzt und verteidigt. Ähnliche Probleme kennt aber nicht nur Wien: Auch die Partymetropole Barcelona, die auf ihrer offiziellen Website mit dem Satz »Barcelona is full of places to party and there is somewhere for everyone« wirbt, lancierte jüngst eine Kampagne mit dem Titel »A Barcelona de nit, abaixa el Volum« (»Reduziere die Lautstärke im Barcelona der Nacht«). Die Gratwanderung zwischen internationalem Hipnessfaktor und Lebensqualität der BewohnerInnen ist für viele Städte schwer, noch dazu wenn ihre BewohnerInnen unter Lebensqualität oft gänzlich Unterschiedliches verstehen. In den Niederlanden gibt es in etlichen Städten seit einigen Jahren so genannte Nachtburgemeester (Nachtbügermeister), die sich um die speziellen Anliegen der NachtschwärmerInnen kümmern. Die Internationalisierung des Nachtlebens und die Zunahme seiner ökonomischen Bedeutung bedeutet in Städten wie Amsterdam nämlich zunehmend auch, dass Ausgehen immer teuerer und schicker wird. Die Anzahl der Clubs, die für weniger wohlhabende und junge Ausgehwillige leistbar sind und die ihre Türen nicht nur den Schönen und Reichen öffnen, nimmt ab. (Mehr über die urban nightscapes der Niederlande im Artikel von Ilse van Limpt u. a. ab Seite 18 und über die Konflikte rund um das Nachtleben im Hamburger Schanzenviertel bzw. New Yorks Williamsburg im Artikel von Anne Vogelpohl ab Seite 13.)

Kommerzialisierung des Nachtlebens
Die Kommerzialisierung und Globalisierung des Nachtlebens schreitet also unaufhaltsam voran. Viele Clubs werden von Streetwear-, Getränke- oder Telekom-Konzernen gesponsert, nicht zuletzt um sich Abend für Abend internationale DJs leisten zu können. Der dem Kapitalismus eigene Expansionsdrang, der jeden nicht verwerteten Quadratmeter Boden aufspürt und jegliche kulturelle Äußerung auf ihre Markttauglichkeit testet, hat das Nachtleben immer stärker im Griff. Die Bodenschätze der Nacht werden im Nightlife gesucht. Jugend-, Alternativ- und Subkulturen sind dabei besonders attraktive Objekte. Sie gelten als authentisch, entsprechen dem aktuellen Zeitgeist und geben somit einen idealen Hintergrund für Marketing-Aktivitäten globaler MarkenproduzentInnen ab. Das hat übrigens auch Wien Tourismus erkannt. Auf ihrer Website werden unter dem Menüpunkt Nightlife fast ausschließlich Lokale und Clubs beworben, die man zumindest vor einigen Jahren noch dem Alternativsektor zugeordnet hätte, wie Flex, Fluc, Chelsea, Rhiz und einige mehr.

Auffallend sind die Parallelen, die es im Hinblick auf Ökonomisierung zwischen Clubs, Bands, DJs auf der einen und Sport auf der anderen Seite gibt. MusikerInnen und DJs werden von Unternehmen unter Vertrag genommen wie Fußballer oder Tennisspielerinnen. Ein aktuelles Ford-Modell wird beispielsweise mit einem Song des österreichischen Alternative-Shootingstars Soap & Skin beworben. Namen von Festivals enthalten Sponsorennamen ähnlich wie Fußballligen (Volksbank & The Gap Festivaltour, Eristoff Tracks – Urban Art Forms Festival). Festivalgelände werden ebenso umbenannt wie Fußballstadien (Ottakringer Arena auf dem Festivalgelände Wiesen). So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ein Unternehmen, das für sein Marketing berühmt ist, hier eine Vorreiterrolle spielt: Red Bull. Red Bull lässt nicht einfach sein Logo auf Clubflyern abdrucken, sondern ist längst selbst Akteur mit der seit Jahren bestehenden Red Bull Music Academy – »Exploring music behind the beat since 1998«. Die Red Bull Music Academy bietet Workshops für DJs an, veranstaltet Vorträge und Partys und geht Partnerschaften mit ins Konzept passenden Clubs wie beispielsweise der Pratersauna in Wien ein. Bei Festivals wie etwa dem deutschen Melt taucht Red Bull nicht wie andere Unternehmen in der Liste der SponsorInnen auf, sondern zeichnet selbst für einen Teil des Programms verantwortlich. Man kann generell davon ausgehen, dass Red Bull nicht nur seinen Energydrink, der von Veranstaltern übrigens exklusiv bezogen werden muss, sondern immer öfter auch gleich die DJs liefert und somit als Teil der Szene und nicht als Sponsor auftritt und wahrgenommen wird. Auch das eine Parallele zum Sport, wo Red Bull neben dem SportlerInnen-Sponsoring auch Fußballclubs und Formel-1-Teams besitzt und selbst managt.

Im Bereich Mainstream-Großevents ist ebenso wie in anderen Wirtschaftszweigen ein zunehmender Konzentrationsprozess zu beobachten. Es gibt globale Player wie die US-amerikanische AEG (Anschutz Entertainment Group), die ebenfalls sowohl Sport als auch Nightlife (AEG Live) bedient. Zu AEG gehören große Venues wie die O2 Worlds in Berlin, London (ehemals Millennium Dome) und Hamburg, gleichzeitig stellt AEG auch einen der weltgrößten Konzertveranstalter dar. AEG ist Partner der deutschen Eventim-Gruppe, die wiederum nach eigenen Angaben europäischer Marktführerin im Ticketing ist und ebenso Konzerte, Festivals etc. veranstaltet. Der weltweit größte Konzertveranstalter heißt Live Nation (USA), der sich vor nicht allzu langer Zeit den größten Kartenverkäufer und Künstlermanager Ticketmaster einverleibt hat. Red Bull wiederum ist offizieller »Energy Drink Partner« von Live Nation und auch mit AEG immer wieder geschäftlich verknüpft. Gerüchten zufolge will Red Bull aktuell von AEG die Hamburger Eishockeymannschaft Freezers kaufen, die Red Bull Arena in New Jersey war früher im Besitz von AEG, und der ehemalige AEG-Europa-Chef Detlef Kornett arbeitet jetzt für Red Bull. Man kennt sich also.

Auch bei den Besitzern von Großclubs ist ein Konzentrationsprozess zu beobachten. Wenige Unternehmen betreiben immer mehr Lokale, und das grenzüberschreitend. Ein gutes Beispiel ist MPC (Music-Park-Concepts) aus Deutschland, angeblich Europas größter Betreiber von Großraumdiskotheken. Im deutschen Sprachraum zählt MPC über 30 »Erlebnisgastronomieobjekte«, unter anderem in Wien, Zürich, Basel, Karlsruhe und Dortmund. MPC rechnet schlappe 90 Prozent der jungen Nachtschwärmer zu seinem Zielpublikum, die restlichen zehn Prozent sind Szenepublikum, das Lokale eher nach der Qualität der Musik als nach Events auswählt und für MPC laut eigener Aussage deswegen nicht zu erreichen ist. MPC setzt auch im Hinblick auf Effizienz und Kontrolle neue Maßstäbe: In ihrem Venue Praterdome, Wiens größter Discothek, werden alle BesucherInnen am Eingang fotografiert und bekommen einen Ausweis, auf den alle konsumierten Getränke gebucht werden. Bezahlt wird beim Verlassen des Lokals. Werbung wird für den Praterdome vorrangig über Aktionen und Getränkepreise gemacht. Um die Sache rund zu machen, betätigt sich MPC auch als Booking-Agentur für DJs und hält enge Kontakte zu Radiosendern – in Wien beispielsweise zu Radio Energy, das die Praterdome-Veranstaltungen im Powerplay bewirbt.

Einen unverzichtbaren Bestandteil bildet das Nachtleben auch für den Tourismus. Neben bekannten Angeboten wie dem Besuch von Opern, Theatern, Musicals, Konzerten und Clubs entwickelten sich – nicht zuletzt dank der Marketingstrategien von Billigfliegern – neue Angebote, auf die viele Städte jedoch liebend gerne verzichten würden. Vor allem osteuropäische Ziele wie Bratislava, Riga oder Budapest, aber auch westeuropäische Städte wie Amsterdam sind attraktive Destinationen für Unternehmen wie beispielsweise Pissup Tours, die sich auf die Veranstaltung von Junggesellenpartys und ähnlich alkoholvernichtungszentrierten Feierlichkeiten spezialisiert haben. Unter dem Motto »Beer, Babes, Bullets« (der deutschsprachige Slogan lautet »Pistolen, Pils, Puppen«) werden jährlich zehntausende Männer, speziell aus Großbritannien, eingeflogen, um sich volllaufen zu lassen, Schießübungen zu veranstalten und ihren triebgesteuerten Machofantasien hemmungslos nachgeben zu können.

Die Kommerzialisierung des Nachtlebens ist weit fortgeschritten und wird wohl auch nicht so leicht zu stoppen sein. Abseits all dieser Entwicklungen gibt es aber immer wieder erfolgreiche Kämpfe um selbstbestimmte, weitgehend nicht-kommerzielle Räume, die andere Perspektiven eröffnen. Der Stadtpolitik stünde es im eigenen Interesse gut an, sich neben dem Ankurbeln des Städtewettbewerbs und des Städtetourismus sowie der Rücksichtnahme auf Ruhebedürftige auch für den Raumbedarf für Veranstaltungen nicht-gewinnorientierter Gruppen und Initiativen aus Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaft einzusetzen. Geeignete Räume dafür gibt es in jeder Stadt. Alle Bewohner und Bewohnerinnen einer Stadt sollen die Chance haben, entsprechend ihren Interessen sowie sozialen Bedürfnissen und unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten eine Vielfalt an Angeboten, die (nächtliche) Freizeit zu verbringen, zur Auswahl zu haben. Es kann nicht sein, dass die Kommerzialisierung sämtlicher Lebensbereiche und die zunehmende Konzentration auf die Außenwirkung der Städte eine Einschränkung des sozialen Lebens und eine Verarmung der Lebensqualität für diejenigen bedeutet, die mit den uniformen Event-Angeboten nichts anfangen können oder nicht über ausreichende Mittel verfügen, um sich das Nachtleben leisten zu können.


Literaturverzeichnis

Chatterton, Paul & Hollands, Robert (2003):
Urban Nightscapes. Youth Cultures, Pleasure Spaces and Corporate Power. London/New York: Routledge.

Gepp, Joseph (2008):
Das Prinzip Disco. Hier wird gesoffen. Hier wird geprotzt. Hier fischt H. C. Strache nach jungen Wählern. Ein Abend in der Großraumdisco. In: Falter, 44/2008.

Schlör, Joachim (1994):
Nachts in der großen Stadt. Paris, Berlin, London 1840 bis 1930. München: dtv sachbuch.