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Artikel von:
Monika Litscher

Monika Litscher studierte Ethnologie, Kulturwissenschaft und Völkerrecht in Zürich und Brüssel. Sie arbeitet als Projektleiterin und Dozentin an der Hochschule Luzern — Soziale Arbeit im Kompetenzzentrum Stadt- und Regionalentwicklung im Institut für Soziokulturelle Entwicklung und promoviert zu Urbanen Szenerien am Institut für Populäre Kulturen an der Universität Zürich.

Artikel aus Ausgabe 45


dérive - Radio für Stadtforschung
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Sendungsarchiv zum Nachhören: http://cba.fro.at/series/1235

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Die Wegweisung: Eine unsichtbare Praxis in öffentlichen Stadträumen

Die Wegweisung aus öffentlichen Stadträumen1 als Norm und Praxis stößt derzeit im helvetischen Kontext auf wenig Interesse: Weder Medien, Politik noch Wissenschaft nehmen diese raumgreifende Ein- und Ausschließungsmaßnahme in den Blick. Daher wundert kaum, dass die Statistiken der Polizei meist lediglich die bloße Anzahl der unmittelbar von Wegweisung Betroffenen veröffentlichen. Bisweilen wird beigefügt, ob es sich um eine 24-stündige oder eine länger andauernde Verfügung für ein bestimmtes Gebiet handelt. Aussagekräftigere Angaben etwa zu Herkunft, Geschlecht und Alter der Weggewiesenen, zum Ort der konkreten Wegweisung oder der als störend und gefährdend wahrgenommenen Verhaltensweisen, die zu solch einer sicherheitspolizeilichen Maßnahme geführt haben, fehlen meist, liegen allenfalls in standardisierter Form vor. Und last, but not least wurde und wird bislang keine Transparenz der Kosten der polizeilichen Wegweisungspraxis eingefordert. Ebenso wenig ist Wissen zum konkreten Ablauf und den Auswirkungen der Wegweisungen oder den Erfahrungen der unmittelbar von den Wegweisung Betroffenen vorhanden.
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