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Artikel von:
Manfred Russo

Manfred Russo ist Kultursoziologe und Sozialforscher, lehrt an der Universität Wien und ist Professor an der Bauhaus Universität Weimar.

Artikel aus Ausgabe 45


dérive - Radio für Stadtforschung
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New York: Die urbane Mobilmachung 1920—1960. 3. Teil: Jane Jacobs. Die Urbanistin mit dem ungebührlichen Verhalten

Wie bereits in der letzten Folge erwähnt, lässt sich die urbanistische Auseinandersetzung in der fordistischen Ära New Yorks durch zwei Personen symbolisieren: Robert Moses als den furchtlosen, unermüdlichen Vollzieher des Fordismus auf der einen und Jane Jacobs, der Architekturjournalistin als der Kämpferin gegen den Urbanismus des Neuen Bauens und der Vernachlässigung der alten Stadt auf der anderen Seite. Sie repräsentieren den Konflikt zwischen der Idee der Metropolis und der der Nachbarschaft, bzw. des urbanen Dorfes, zwischen dem fordistischen Kapital und dem öffentlichen Willen. Robert Moses als der große Baumeister auf der einen und Jane Jacobs als die Theoretikerin und Aktivistin des Urbanismus auf der anderen Seite. Für Moses war das Stadtleben die Unterwerfung des Individuums unter den kollektiven Willen, für Jane Jacobs bedeutete Stadtleben hingegen dessen Befreiung, indem durch ein wundervolles Konstrukt aus Individuen, Gebäuden und Straßen ein Lebensraum entsteht, der Urbanität im besten Sinne erzeugt.
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