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Artikel von:
Michael Klein

Michael Klein, studied architecture in Vienna and Paris and graduated from the Academy of Fine Arts in 2007. Since then, he has been working in the fields of architecture, landscape architecture, and urban design in practice, research, and teaching. His theoretical research interest focuses on how political thinking, its theory and economic conditions affect design, architecture and the urban environment.

Artikel aus Ausgabe 46


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Mode ls and Solutions, Life and Practice in Social Housing in Vienna

Abstract
Wettbewerbe und Qualitätssicherung, Beurteilungskriterien und effizientes Wirtschaften markieren heute Kernaspekte in der Praxis des sozialen, geförderten Wohnungswesens von Wien. Damit hat sich ein Verständnis von sozialem Wohnbau durchgesetzt, das sich viel mehr an Management und Controlling ausrichtet, als das je zuvor der Fall war.

Wien stellt, was die soziale Wohnversorgung anbelangt, eine Ausnahme dar – von den Anfängen im Roten Wien bis zu den heutigen Formen. Dabei ist es jedoch nicht alleine die schiere Menge an Wohnraum, die sich im Steuerungsbereich der Stadt befindet – derzeit etwa die Hälfte des gesamten Wohnungsbestandes Wiens –, die eine Besonderheit darstellt; es ist auch das, was ein Modell genannt werden könnte: also das Verständnis von Stadt, die Zielsetzungen von Wohnungsbau und die Art und Weise, die Praktiken und Techniken, mit denen ein solches Vorhaben verfolgt wird. Solche Modelle ändern sich: mit ihrem zeitlichen und räumlichen Kontext, mit den Bedürfnissen und Wünschen, mit den Formen von Wissen und mit den Vorstellungen von Regieren und Gesellschaft.

Im Versuch, solche Änderungen nachzuzeichen, geht der Text auf wesentliche Aspekte einzelner Modelle ein: das ambivalente Verhältnis des Wiederaufbaus zur Modernisierung, den Optimismus und den Glauben an Planbarkeit und Technisierung in der Stadterweiterung, die Kritik an einer solchen Auffassung der Modernisierung, die Wiederentdeckung der historischen Stadt, die Auffächerung von Lebensentwürfen, die sich nun über Wohnen verwirklichen lassen sollen und einher gehen mit einer immer stärkeren Orientierung an Wettbewerb und Markt. Anhand der Rolle und der Auffassung von »Leben« im Hinblick auf den Wohnbau greift der Text auf frühere Entwicklungen zurück und betont so Zeitlichkeit und Begrenztheit von Aspekten wie »Lösung« oder »Modern-sein«