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Artikel von:
Roman Horak

Roman Horak ist Professor für Kunst- und Kultursoziologie der Universität für angewandte Kunst Wien. Forschungsschwerpunkte: Urbane Kulturen, Jugendkultur, Cultural Studies, Popularkultur, Ethnographie.

Artikel aus Ausgabe 50


dérive - Radio für Stadtforschung
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Ort, Raum und Metapher

Bemerkungen zur Straße

Es scheint, als ob nach Jahren der Absenz die Straße (vor allem als Raum und Ort, aber auch als Metapher) wieder Eingang in die öffentlichen Debatten gefunden hätte. Waren diese um die Jahrtausendwende, wenn es denn um Raum ging, fokussiert auf die diversen Aspekte von Virtualität, so stellt sich das Bild seit einiger Zeit durchaus anders dar. Reale Räume finden erneut Beachtung, sei es im Journalismus oder in den Sozial- und Kulturwissenschaften – und die Straße ist einer davon. Zwei Beispiele seien hier genannt.
In seiner Anklage gegen den Finanzkapitalismus, so der Untertitel seiner Kampfschrift mit dem bezeichnenden Titel Wir sind viele, verweist Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, gleich auf der ersten Seite auf die Straßen von Rom, Paris und Berlin, wo sich die »neue europäische Öffentlichkeit« (Prantl 2011, S. 7) konstituiere. Hier klingt natürlich viel aufklärerisches Pathos mit, dennoch wäre es unklug und überheblich, Prantls Bemerkung damit abzutun. Hoffnung auf Veränderung und deren potenzielle Sichtbarkeit waren historisch – spätestens seit der Moderne – oft mit der Straße verbunden. (...)