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Artikel von:
Anne Erwand

Anne Erwand hat in Wien Soziologie mit dem Schwerpunkt Stadt- und Kultursoziologie studiert. Seit 2008 arbeitet sie für dérive und hat seit 2012 dérive – Radio für Stadtforschung mit aufgebaut. Sie ist derzeit im Sozial- und Umweltschutzbereich tätig (Greenpeace, Fairtrade, BUND) und absolviert den Lehrgang Pioneers of Change.

Artikel aus Ausgabe 52


dérive - Radio für Stadtforschung
Jeden 1. Dienstag im Monat um 17.30 Uhr auf Radio Orange FM 94.0 oder Livestream http://o94.at
Sendungsarchiv zum Nachhören: http://cba.fro.at/series/1235

urbanize - Int. Festival für urbane Erkundungen
www.urbanize.at

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Ewige Außenseiter?

Der Kremser Stadtteil Lerchenfeld als stigmatisierter Raum

Wenn man neu ist in einer Stadt, gibt es nichts Nützlicheres als gute Tipps von Einheimischen. Wo kann ich günstig einkaufen? Mit welcher Linie komme ich am schnellsten ins Zentrum? In welchen Stadtteil soll ich ziehen? Zöge man nach Berlin, würde die Antwort auf die letzte Frage wohl lauten: »Auf keinen Fall nach Marzahn!« In Paris würde man etwas Ähnliches wahrscheinlich über Clichy-sous-Bois hören, in Amsterdam über Slotervaart oder in London über Hackney. All diese Stadtteile werden gemeinhin als »Problemviertel« bezeichnet, was sie allerdings auch zu möglichen Zonen für künftige Gentrifizierungsprozesse macht, da der rent-gap besonders hoch ausfallen könnte, wenn eine Aufwertung initiiert wird. Wie aber kommt es überhaupt, dass manche Stadtviertel als positiv, schön und lebenswert beschrieben und erlebt werden, während andere mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen haben? Liegen Zuschreibungen tatsächlich reale Gegebenheiten zu Grunde oder handelt es sich vielmehr um kontinuierlich reproduzierte Vorurteile? Mit seinem schlechten Ruf zu kämpfen hat in Österreich jedenfalls auch der Stadtteil Krems-Lerchenfeld. Am Beispiel dieses »Problemviertels« lässt sich deutlich machen, welch mannigfaltige, ineinander verwobene Kausalitäten dem Ruf eines Stadtviertels zugrunde liegen können. (...)