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Artikel von:
Loïc Wacquant

Loïc Wacquant is professor of Sociology at the University of California, Berkeley, and Researcher at the Centre de sociologie européenne, Paris. He has published numerous works on comparative urban marginality, embodiment, the penal state, ethnoracial domination, and social theory translated in a dozen languages. His books include: Elend hinter Gittern (2000), Leben für den Ring (2003), Das Janusgesicht des Ghettos und andere Essays (2006), Urban Outcasts: A Comparative Sociology of Advanced Marginality (2007) and Bestrafen der Armen: Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit (2009). 
He is a co-founder and editor of the interdisciplinary journal Ethnography.

Artikel aus Ausgabe 55


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Die Rolle von Klasse, Ethnizität und Staat bei der Produktion von Marginalität

Eine Neubetrachtung von Territorien städtischer Aussonderung

Das englische Wort relegation (Verbannung, Aussonderung, vom Lateinischen relegare für fortschicken, verdrängen) schreibt einem Individuum, einer Bevölkerungsgruppe- oder einer Kategorie eine minderwertige Stellung, Bedingung oder Lage zu. In den Städten der postindustriellen Ära nimmt eine solche Verbannung die Form realer oder imaginärer Zuschreibungen zu bestimmten sozialräumlichen Anordnungen an, die vage als inner cities, Ghettos, Enklaven, No-go Areas, Problemquartiere oder einfach nur als raue Stadtteile bezeichnet werden. Wie können diese Räume charakterisiert und unterschieden werden? Was bedingt ihre Entwicklung – ihre Entstehung, ihr Wachstum, ihren Verfall und ihr Ende? Woher kommt der starke symbolische Makel, der ihnen anhaftet? Welche Konstellationen von Klasse, Ethnizität und Staat materialisieren sich in ihnen und kennzeichnen sie? Diesen Fragen gehe in meinen Buch Urban Outcasts (Die Verdammten der Stadt) durch einen methodischen Vergleich zwischen den schwarzen, US-amerikanischen Ghettos und den Arbeitervierteln an der Peripherie europäischer Städte in der Ära des Neoliberalismus auf den Grund Grund. Im vorliegenden Text unterziehe ich die transkontinentale Soziologie der fortgeschrittenen Marginalität einer Neubetrachtung, die zu einem besseren Verständnis des Ineinandergreifens des symbolischen, sozialen und physischen Raumes in der zunehmend polarisierten Stadt führen sollen. (…)


Dieser Teil wurde im Heft aus Platzgründen gekürzt:

Ein bourdieusianisches Model einer komparativen Soziologie städtischer Ungleichheit

Urban Outcasts ist der Entwurf eines historischen Modells des aufsteigenden Regimes von städtischer Armut am Ende des Jahrhunderts. Es entwickelt Begriffe – Ghetto, Hyperghetto, Anti-Ghetto, territoriale Stigmatisierung, fortgeschrittene Marginalität, Prekariat – die darauf abzielen, eine vergleichende Soziologie der Ausgrenzung zu entwickeln, die in der Lage ist, die unkontrollierte grenzüberschreitende Projektion der singulären Erfahrung einer einzelnen nationalen Gesellschaft, die stillschweigend in den Rang einer analytischen Richtgröße erhoben wurde, zu vermeiden. Dies geschieht auf dem Wege der Übertragung von fünf Prinzipien, welche die Grundlage von Pierre Bourdieus Ansatz zur Konstruktion eines soziologischen Objektes bilden, auf urbane Fragen. Diese Prinzipien sind es Wert, abschließend in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stehen, denn sie bilden eine Facette des Buches, die sogar von seinen wohlmeinendsten Kritikern übersehen worden ist.1
Das erste Prinzip leitet sich unmittelbar aus der „historischen Epistemologie“ ab, jener Wissenschaftsphilosophie, die von Gaston Bachelard und Georges Canguilhem entwickelt worden ist, und von Pierre Bourdieu für die Sozialforschung angepasst wurde: grenze Alltagskonzepte klar von analytischen Konzepten ab, verfolge die Entstehung bereits existierender Konzepte zurück, um deine eigenen zu entwickeln, und stelle letztere in den Dienst der unendlichen Aufgabe einer rationalen Rektifizierung durch empirische Konfrontation.2 Das war der Anstoß hinter der Ausarbeitung einer institutionalisischen Konzeption vom Ghettos als eines janusgesichtigen Instrumentes ethnorassischer Schließung, welche in diesem Buch eingeführt und in seiner Fortsetzung, Das Janusgesicht des Ghettos, fortgeführt wurde, welche das Ghetto vom ethnischen Cluster und vom verfallenen Stadtbezirk weiter unterscheidet; es mit seinen funktionalen Analogien, dem Reservat, dem Flüchtlingslager und dem Gefängnis vergleicht; und den paradoxen Profit der Ghettoisierung als einer Art und Weise der strukturellen Integration einer untergeordneten Bevölkerungsgruppe betont.3 Das zweite Prinzip liegt im relationalen und topologischen Denkmodus begründet, der hier eingesetzt wird und die gegenseitigen Beziehungen und Umformungen zwischen dem symbolischen Raum (dem Koordinatennetz mentaler Kategorien, welches den sozialen Akteuren bei ihren kognitiven und konativen Konstruktionen der Welt die Richtung vorgibt), dem sozialem Raum (der Verteilung sozial wirksamer Ressourcen oder Kapitalien), und dem physischen Raum (der bebauten Umwelt als Ergebnis rivalisierender Bemühungen der Aneignung materieller und ideeller Güter im und durch den Raum).
Das dritte Prinzip bringt Bourdieus radikalhistoristische und agnostische Sichtweise von Handeln, Struktur und Wissen zum Ausdruck: erfasse städtische Formen als Produkte, Terrains und Objekte von Kämpfen, die verschiedene Zeitebenen hindurch ausgefochten werden, von der longue durée säkularer Konstellationen über die Tempi der mittleren Dauer politischer Zyklen, bis hin zum kurzzeitigen phänomenologischen Horizont konkreter Personen. In dieser Perspektive erscheinen Amerikas schwarzer Gürtel und Frankreichs roter Gürtel, ebenso wie die ausgegrenzten Bezirke in anderen Gesellschaften, als historische Tiere mit Geburt, Reife und Tod, die bestimmt werden von dem Gleichgewicht der Kräfte, welche um das Zusammenspiel von Klasse, Ehre und Raum in der Stadt konkurrieren. Ebenso wenig sind das Hyperghetto der US Metropole und das Anti-Ghetto Westeuropas ewige Entitäten, die von irgendeiner systemischen Logik herrühren, sondern zeitliche Konfigurationen deren Bedingungen von Entstehung, Entwicklung und Niedergang distinkten Konfigurationen von Staat und Staatsbürgerschaft gestützt oder untergraben werden. Der vierte Grundsatz empfiehlt den Einsatz der Ethnographie als einem Instrument des Bruchs und der theoretischen Konstruktion, statt als bloßem Mittel der Herstellung eines erfahrungsnahen Abbildes gewöhnlicher kultureller Kategorien und sozialer Beziehungen. Es impliziert eine Verschmelzung von Theorie und Methode in der empirischen Forschung, die die konventionelle Spaltung zwischen intellektuellem Labor in der Stadtforschung überwindet, die von der üblichen Trennung mikroskopischer Beobachtung und makroskopischer Konzeptualisierung gekennzeichnet ist.
Nicht zuletzt müssen wir die konstituierende Kraft symbolischer Strukturen in Betracht ziehen und ihre doppelten Effekt zurückverfolgen, die sie einerseits auf das objektive Netz von Positionen, aus denen Institutionen bestehen, ausüben, und andererseits auf das verkörperte System von Dispositionen, die den Habitus von Akteuren bilden. Wie bei Stichpunkt der territorialen Stigmatisierung bereits gezeigt wurde, ist dieses Prinzip besonders passend bei der Analyse des Verhängnisses von verarmten und verunglimpften Bevölkerungsruppen, wie dem heutigen urbanen Prekariat, die keine Kontrolle über ihre Repräsentationen haben und deren bloßes Dasein daher von Klassifizierungen – in wörtlichen Sinne von öffentlicher Anklage – Außenstehender geformt wird, insbesondere von Fachleuten des herrschenden Diskurses, wie etwa Politikern, Journalisten und Sozialwissenschaftler. So viel um darzulegen, dass die Soziologin der Marginalität das Gebot epistemischer Reflexivität peinlich befolgen und ständige Wachsamkeit gegenüber den unzähligen Operationen, durch die das Forschungsobjekt hergestellt wird, walten lassen muss, um nicht im Klassifizierungskampf um die Distrikte urbaner Verdammnis unterzugehen, die zu objektivieren ihre Aufgabe ist.
Diese fünf Prinzipien treiben die vergleichende Analyse des triadischen Nexus von Klassen(trans)formation, der Abstufungen von Ehre und Staatspolitik in den niederen Regionen des städtischen Raums auf beiden Seiten des Atlantiks voran, wie sie in diesem Buch vorgestellt wurde. Sie können zudem als fruchtbare Anleitung zu einer dreifachen Ausweitung der Soziologie städtischer Verbannung im Zeitalter der sozialen Unsicherheit über Kontinente, theoretische Grenzen und Institutionen hinweg dienen. Sie können Adaptionen des Schemas fortgeschrittener Marginalität durch soziohistorischen Austauschs und konzeptuelle Ergänzungen steuern, um auch andere kapitalistische Kernländer, aber auch die aufstrebenden Staaten der Zweiten Welt zu erfassen, in denen die Ungleichheit in den Metropolen mit großer Geschwindigkeit zunehmen und ihre Gestalt prägen.4 Bourdieus distinkte Konzepte und Theoreme mit in die Stadtmauern zu nehmen, stellt der Stadtsoziologie in globo5 in theoretischer Hinsicht ein erstklassiges Sprungbrett zur Verfügung, dass ihr neue Herausforderungen und neuen Antrieb verschafft. Sie fügen der Palette der etablierten Perspektiven nicht nur ein neues Set mächtiger und flexibler Begriffe (Habitus, Feld, Kapital, Doxa, symbolische Macht) hinzu: sie weist auf die Möglichkeit der Neukonzipierung, Differenzierung und Anfechtung der mannigfaltigen Kapitalformen hin, welche die Stadt zur Basis und zum Preis historischer Kämpfe machen.

Auf der institutionellen Ebene erfordert die Konsolidierung städtischer Marginalität eine fokussierte Analyse der politischen Schritte, durch welche Regierungen behaupten, genau die Armut, die sie paradoxerweise durch ökonomische Deregulierung (also Re-Regulierung zu Gunsten von Firmen), Rückzug oder Umgestaltung von sozialer Wohlfahrt hervorgebracht haben, zu dämpfen, einzugrenzen oder zu reduzieren. Mit anderen Worten, es erfordert, die veränderten Formen städtischer Ausgrenzung mit neuentstehenden Modalitäten der Staatskunst zu verbinden. Dies geschah in meinem Buch Punishing the Poor (Bestrafen der Armen), in dem Bourdieus Konzept des bürokratischen Feldes verwendet wird, um die Erfindung eines strafenden Regulierungsmodus der Armut darzustellen, der restriktive “workfare” und expandierendes “prisonfare” zu einem organisatorischen und kulturellen Netz zusammen fügt, das über Problemgebiete- und Bevölkerungsgruppen der dualisierenden Metropole geworfen wird.6




Anmerkungen


1. Für eine Ausnahme mit Signalwirkung siehe Kristian Delica, “Sociologisk refleksivitet og feltanalytisk anvendelse af etnografi: om Loïc Wacquants blik på urban marginalisering,” Dansk Sociologi 22, Nr. 1 (Frühjahr 2011): 47-67. Diese Prinzipien sind erklärt und veranschaulicht in: Pierre Bourdieu and Loïc Wacquant: An Invitation to Reflexive Sociology (Chicago: University of Chicago Press, 1992).

2. Pierre Bourdieu, Jean-Claude Chamboredon and Jean-Claude Passeron, The Craft of Sociology: Epistemological Preliminaries (New York and Berlin: Walter de Gruyter [1968] 1991), und Donald Broady, Sociologi och epistemologi. Om Pierre Bourdieus sociologi och den historiska epistemologin (Stockholm: HLS Förlag, 1991).

3. Loïc Wacquant, The Two Faces of the Ghetto (New York: Oxford University Press, 2013). Deutsch: Das Janusgesicht des Ghettos und andere Essays (Birkhäuser u.a., Basel u.a. 2006).

4. Eine Ausdehnung auf Großbritannien findet sich in: Will Atkinson, Steven Roberts and Michael Savage (eds.), Class Inequality in Austerity Britain: Power, Difference and Suffering (Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2012); eine partielle Angleichung an Süd-Afrika, Brasilien und China, jeweils in: Martin J. Murray, City of Extremes: The Spatial Politics of Johannesburg (Durham: Duke University Press Books, 2011); Janice Perlman, Favela: Four Decades of Living on the Edge in Rio de Janeiro (New York: Oxford University Press, 2010); and Fulong Wuand Christopher Webster( Hg.), Marginalization in Urban China: Comparative Perspectives (New York : Palgrave Macmillan, 2010). Vergleiche auch die verschiedenen Arbeiten von Forschern, die mit dem interdisziplinären Netzwerk www.advancedurbanmarginality.net in Verbindung stehen.

5. Vergleiche die verschiedenen Beiträge der Spezialausgabe: “Bringing Bourdieu to Town,” International Journal of Urban and Regional Research, Herbst 2013.

6. Loïc Wacquant: Punishing the Poor: The Neoliberal Government of Social Insecurity (Durham and London: Duke University Press, 2009); (Deutsch: Bestrafen der Armen. Zur neuen Regierung der sozialen Unsicherheit. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Farmington Hills, Mich.) 2009); und “Crafting the Neoliberal State: Workfare, Prisonfare and Social Insecurity,” Sociological Forum 25, Nr.2 (June 2012): 197-220. Sowie: Loïc Wacquant, Prisons of Poverty (Minneapolis: University of Minnesota Press, 2009).



Literatur

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In diesem Buch wird der Fall behandelt, wie eine Verwechslung von Kollektivbewusstsein mit sozialer Morphologie, Elitediskurs mit alltäglichem Handeln, die automatisch zu einer Überbewertung von Neuheit und Wirkungsmacht von Ethnizität als Determinante von Lebenschancen führt.

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In diesem Buch findet sich eine historische Rekapitulation der Vorbelastungen und Ambiguitäten des Begriffs der “Community“ in der US-amerikanischen Geschichte.

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In diesem Buch wird die parallele „schwarze Stadt inmitten der weißen“ behandelt.
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In diesem Buch wird die gegenseitige Kontaminierung und Durchdringung wissenschaftlicher und alltäglicher Betrachtungsweisen städtischen Lebens behandelt.

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In diesem Buch wird die wechselnde kulturelle Produktion der städtischen Schattenseite oder Unterwelt als “verfluchtem Teil” der städtischen Gesellschaft analysiert.

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In diesem Buch ist die räumliche und soziale Abgrenzung dargestellt, die zu Auseinandersetzungen und Konflikten über die Normen und das Schicksal der “neighborhood” geführt hat.

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In diesem Buch ist die räumliche und soziale Abgrenzung dargestellt, die zu Auseinandersetzungen und Konflikten über die Normen und das Schicksal der “neighborhood” geführt hat.

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Wilson, William Julius (1996): When Works Disappears: The World of the New Urban Poor. New York: Knopf.