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Artikel von:
Manfred Russo

Manfred Russo ist Kultursoziologe und Sozialforscher, lehrt an der Universität Wien und ist Professor an der Bauhaus Universität Weimar.

Artikel aus Ausgabe 59


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Teil 47 - Henri Lefebvre - Teil 3 - Die Schwierigkeiten mit der Architektur der Moderne

Um die Beziehung Henri Lefebvres zur Stadt in ihrer Genese darzustellen, scheint es dem Autor sinnvoll etwas weiter auszuholen und die frühen Texte zur Stadt aus ihrem marxistischen Kontext heraus zu erklären. Das bedeutet nicht nur die Texte Lefebvres bzw. seine Interpretation des Marxismus, sondern auch einige entscheidende Gedanken von Karl Marx anhand bestimmter Passagen und die damit verbundenen Intentionen zu erläutern. Man kann heute nicht mehr eine allzu große Kenntnis marxistischer Texte voraussetzen, wie sie vielleicht zu Lefebvres Lebzeiten noch vorhanden war, und es ist auch zu allen Zeiten verwirrend, gewissen dialektischen Sprüngen des Marxismus zu folgen, die eine Schlüssigkeit für die Akzeptanz der Utopie erzeugen sollen. Genau genommen hatte Marx auch nie eine Utopie skizziert, war aber davon überzeugt, dass bei einer entsprechenden Änderung der Produktionsbedingungen im Sozialismus zumindest die Vorbedingung dafür geschaffen wird. Die genaue Form würde sich dann von selbst ergeben, wenn die Entfremdung aufgehoben wäre und die Vermögen der Menschen zur freien Entfaltung kämen. Die Geschichte zeigte, dass die Realität der sozialistischen Länder nur wie eine Karikatur dieser Vorstellungen wirken konnte. In Frankreich schien man es besser machen zu wollen. Aber wie kam Lefebvres Aversion gegen die architektonische Moderne zustande und wie kann man sie aus marxistischer Perspektive verstehen? Schließlich hatten die sozialistischen Bewegungen eine enge Bindung zur Architektur der klassischen Moderne und zahlreiche prominente sozialistische ArchitektInnen waren federführend beteiligt. (Stanek 2011, S. 209) (...)