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Artikel von:
Elisabeth Ertl
Florian Humer 

Elisabeth Ertl ist habiTäterin & Willy*Fred_Aktivistin.

Florian Humer ist habiTäter & Willy*Fred_Aktivist.

Artikel aus Ausgabe 63


dérive - Radio für Stadtforschung
Jeden 1. Dienstag im Monat um 17.30 Uhr auf Radio Orange FM 94.0 oder Livestream http://o94.at
Sendungsarchiv zum Nachhören: http://cba.fro.at/series/1235

urbanize - Int. Festival für urbane Erkundungen
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Machs dir doch selbst! Das Mietshäuser Syndikat in Österreich

»Machs dir doch selbst!« ist der Slogan eines syndikalistisch organisierten Kol­lektivs, welches in Österreich seit jüngster Zeit selbstermächtigt Nutzungseigentum schafft. Das sogenannte habiTAT will sich gegen die – gerade auf dem Wohnungsmarkt massiv auswirkende – Profitorientierung von Wohnbaukonzernen und global agierenden Immobilieninvestoren wehren, indem es die Fäden jetzt selbst in die Hand nimmt. Als ein solidarischer Zusammenschluss sozialgebundener Miets­hausprojekte und -initiativen möchte dieser Verbund – nicht zuletzt durch seine ausgetüftelte Rechtskonstruktion – Wohn-, Arbeits- und Lebensraum aus der Wirkungs­macht kapitalistischer Logike­n befreien. Dabei geht es – im altgenossenschaftlichen Sinne – um die Vergem­einschaftung und selbstermächtigte Aneignung von (Wohn-)Raum, welcher nachhaltig aus dem Privateigentum gelöst und dadurch dem Spekulationsmarkt entzogen wird sowie um eine Alternative zu den konventionellen und planmäßig vorgegebenen Strukturen österreichischer Wohnraumkultur. Durch das selbstverantwortliche Tätigwerden zeigt sich das klare Do-it-yourself-Grundverständnis der Aktivisten und Aktivistinnen von habiTAT. Ein Bottom-up-Prozess innerhalb der sozio-kulturellen Wohnlandschaft also, in welchem den Bedürfnissen der einzelnen AkteurInnen durch eine kollektive Aneignung von Häusern und direkte partizipative Gestaltungsmög­lichkeit entsprochen wird. Es ist der Versuch aus der Mentalität einer Ellbogengesellschaft sowie des unreflektierten Mainstream- und Konsumverhaltens auszubrechen, um zeitgemäßen und selbst­ermächtigten Wohn- und Lebensformen Platz zu machen. By the way entsteht dabei auch ein solidarisches Netzwerk, das mit den patriarchalen Praktiken neo­liberalen Wirtschaftens bricht. […]