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Artikel von:
Manfred Russo

Manfred Russo ist Kultursoziologe und Sozialforscher, lehrt an der Universität Wien und ist Professor an der Bauhaus Universität Weimar.

Artikel aus Ausgabe 63


dérive - Radio für Stadtforschung
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Henri Lefebvre, Teil 7. Die Produktion des Raumes II: Raum und Körper. Die biophysikalische Begründung des Raumes

Lefebvre hat den Glauben an die historische Evolution durch den Marxismus verloren und glaubt bekanntlich in der Pro­duktion des städtischen Raumes jenes Feld erfasst zu haben, wo der Wandel der Geschichte durch den Einbruch der moments stattfinden könne. Seine These besteht darin, dass der moderne und abstrakte Raum, der durch seinen Warencharakter und die Bürokratisierung definiert wird, dem konkreten Raum, der die Sphäre des Alltagsleben und der Erfahrung umfasst, über­gestülpt wird. Die notwendige Reaktion darauf wäre die Rückverwandlung des abstrakten, homogenen Raumes in einen Raum, der durch körperliche Aneignung konkret erfahren wird und damit die Entfremdungsverhältnisse aufhebt. Dieser Schritt muss unter Ausnützung der dionysischen Energien erfolgen, weil jede fordistische Haltung im Namen einer sozialistischen Vernunft dem Kapitalismus und der Beherrschung dient. Dieser Weg führt vom Raum zum Körper und zurück. Lefebvre geht von der Beherrschung des Raumes aus und erörtert mögliche Strategien seiner Befreiung. Diese erfordern aber zunächst eine Analyse des Verhältnisses von Raum und Körper, die – wie er nachzuweisen versucht – auf fundamentalen materiellen Zusammenhängen beruht. […]