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Artikel von:
Bodo Kahmann

ist Sozialwissenschaftlicher und lebt in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte

Artikel aus Ausgabe 66


dérive - Radio für Stadtforschung
Jeden 1. Dienstag im Monat um 17.30 Uhr auf Radio Orange FM 94.0 oder Livestream http://o94.at
Sendungsarchiv zum Nachhören: http://cba.fro.at/series/1235

urbanize - Int. Festival für urbane Erkundungen
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Antisemitismus und Großstadtfeindschaft

Der folgende Text zeichnet die zentralen Entwicklungslinien großstadtfeindlichen Denkens in Deutschland und Europa nach und verortet den historischen Ursprung der modernen Stadtfeindschaft in dem Funktionswandel des Städtewesens, mit dem ab der Mitte des 18. Jahrhunderts eine neue Betrachtungsweise des Stadtlebens eingesetzt hat, die auf den Zusammenhang zwischen modernem Stadtleben und Krankheit fokussierte. Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die These, dass sich eine wechselseitige Durchdringung von Antisemitismus und Großstadtfeindschaft erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollzog, als der Antisemitismus zum integralen Bestandteil einer völkischen Erneuerungs- und Wiedergeburtsrhetorik wurde, die von agrarromantischen Denkmustern durchzogen war. Die projektive Verschmelzung von Judentum und Großstadt findet in der Gegenwart sein ideologisches Zentrum hingegen im globalen Dschihadismus. […]