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Artikel von:
Paul Rajakovics

Paul Rajakovics ist Urbanist, lebt und arbeitet in Wien.

Artikel aus Ausgabe 37


dérive - Radio für Stadtforschung
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urbanize - Int. Festival für urbane Erkundungen
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Yane Calovski: Master Plan

Als 1963 ein Erdbeben Skopje zerstörte, wurde der japanische Städteplaner und Architekt Kenzo Tange mit der Entwicklung eines neuen Masterplans für die Neugestaltung der Stadt beauftragt. Das Projekt Master Plan von Yane Calovski, das ursprünglich 2008 bei der Manifesta 7 in Bozen gezeigt wurde, war das Ergebnis einer jahrelangen Recherche in zahlreichen Archiven von Skopje. Die Installation zeigt neben dem Originalmodell (der 1973 in Mazedonien geborene Yane Calovski studierte neben Kunst auch Architektur an der Pennsylvania Academy) Zeichnungen, Zeitungsausschnitte und Skizzen, welche die offenkundigen Brüche zwischen den Spuren des engagierten strukturalistisch-moder­nistischen Konzeptes und der gebauten Realität vermitteln.

Die Kluft zwischen Fiktion und Realität ist immer wieder das Feld, das Yane Calovski über verschiedene Medien und Szenarien bearbeitet. Das Projekt wird im Kunstinsert, das wie immer in der Mitte von dérive zu sehen ist, noch über eine zusätzliche Ebene erweitert: Ein Interview, das Basak Senova mit dem Künstler geführt hat und das sich formal an Calovskis Textarbeiten anlehnt, zeigt die intellektuelle Wahlverwandschaft von Kuratorin und Künstler. Basak Senova, Teil der Istanbuler Gruppe Nomad, bewegt sich konzeptuell auf höchster Ebene zwischen Grafik, Architektur und Kunst und hat zuletzt den türkischen Beitrag zur 53. Biennale von Venedig im heurigen Jahr kuratiert.

Yane Calovski selbst lebt derzeit in Amsterdam. Vom 2. bis zum 10. Oktober wird Master Plan/Hollow Land in der European Kunsthalle Köln zu sehen sein. (Dabei sei noch erwähnt, dass Hollow Land, eine der jüngsten Filmarbeiten von Yane Calovski, sich mit IJburg, einem neu errichteten Stadtteil in Amsterdam, beschäftigt. Der Film kontextualisiert die Zukunft eines Ortes, der keine Vergangenheit hat. Hollow Land wäre eine anderes schönes Kunstinsert geworden, aber leider können wir ja in jeder Ausgabe nur eines drucken …