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Artikel von:
Allan Sekula
Andreas Fogarasi 
Paul Rajakovics 
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1951 in Erie, Pennsylvania geboren, ist Allan Sekula bereits seit den 1970er Jahren einer der wichtigsten Protagonisten einer politisch engagierten, konzeptuellen Fotokunst.

Andreas Fogarasi ist Künstler und Mitarbeiter von dérive.

Paul Rajakovics ist Urbanist, lebt und arbeitet in Wien.

Artikel aus Ausgabe 42


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Polonia and other Fables

1951 in Erie, Pennsylvania geboren, ist Allan Sekula bereits seit den 1970er Jahren einer der wichtigsten Protagonisten einer politisch engagierten, konzeptuellen Fotokunst. Sekula untersucht in seinen umfangreichen Fotoserien und Videos spezifische ökonomische und kulturelle Situationen, etwa den Fischfang oder die Anti-Globalisierungsbewegung. Seine Serie Fish Story etwa – 2002 auf der Documenta 10 in Kassel gezeigt – entstand in jahrelanger Arbeit an den Orten internationalen Fischfangs und zeigt in Fotografien und erläuternden Texten die Arbeits- und Handelsbedingungen auf See, in Häfen und Warenterminals. Auch in seinem aktuellen, gemeinsam mit Filmemacher und -kritiker Noël Burch gedrehten Dokumentarfilm The forgotten space (NL/A, 2010) widmet sich Sekula der See als globalisiertem Warenhandelsraum.

Allan Sekulas Arbeiten sind allerdings niemals bloße Dokumentation, sondern befragen immer auch das Potenzial von Fotografie, überhaupt Realität adäquat abbilden und eine aktive Rolle in der politischen Verhandlung dieser Realität einnehmen zu können. Dabei ergänzt er seine Arbeit auch durch Essays und Performances. Neben seiner künstlerischen Praxis besteht auch eine langjährige theoretische Auseinandersetzung und Lehrtätigkeit.

Die Grundlage für seinen Beitrag in dérive bildet Allan Sekulas aktuelle Werkgruppe Polonia and Other Fables, die unlängst im Ludwig Museum in Budapest in einer umfangreichen Werkschau zu sehen war. Darin dokumentiert er die große polnische Community in Chicago und deren reiche Geschichte zwischen Migration, Arbeitskampf und Gemeinschaftsbildung. Parallel dazu zeigt Allan Sekula, dessen Familie auch selbst über polnische Wurzeln verfügt, Fotos, die in Polen aufgenommen wurden – in einem Jazz Club ebenso wie auf einem Nato-Luftwaffenstützpunkt.